Klaus Motznik Art-Photography | Vergleichstest: Manfrotto befree carbon gegen Togopod Explorer Max

Vergleichstest: Manfrotto befree carbon gegen Togopod Explorer Max

March 29, 2015  •  2 Kommentare

Wie schon mal in meiner Info über mein verwendetes Equipment beschrieben, bin ich mit dem von mir bisher eingesetzten Togopod Explorer Max nicht ganz zufrieden. Die Haltbarkeit war irgendwie nicht das was ich mir vorgestellt habe. Die letzten Beinsegmente lassen sich mittlerweile nicht mehr nutzen und die Arretierung mit Drehverschlüssen überzeugt auch nicht wirklich, wenn das Wetter nass und kalt ist.

Ersatz musste her, in ähnlicher Größe und Gewicht - allerdings mit einem spürbaren Komfort an Bedienung. Meine Wahl fiel auf das Manfrotto befree in der Carbon-Variante. Ein ziemlicher Preisaufschlag zum Explorer Max, Listenpreis immerhin 349.- EUR, doch bei Foto Koch habe ich das Stativ dann für 279.- EUR entdeckt und zugeschlagen.

Der erste Eindruck nach der Lieferung war schon mal positiv, eigentlich alles so wie ich es von Manfrotto erwartet habe, bleibt nun also der Vergleich mit dem auszumusternden Stativ.

 

1. Größe und Gewicht

Links das Manfrotto, rechts das Togopod - von der Größe her spricht eigentlich alles eindeutig für das Togopod, in Realgröße sind es tatsächlich knapp 10cm Unterschied die das befree größer / länger ist - allerdings muss ich sagen, dass mir das nicht ganz so wichtig ist. Wenn ich auf Reisen fliege, dann habe ich das Stativ eh im Koffer, ob das dann hier 10cm länger ist oder nicht, ist daher nicht ganz so relevenat, es sollte aber nicht so groß sein, wie mein Manfrotto Standard Stativ.

Vom Gewicht muss ich sagen, dass ich hier schon verwöhnt war, das Togopod wiegt gerade mal 1130gr, was das Manfrotto aber nochmal um 30gr unterbietet. Es wiegt genau 1100gr - gut das mag jetzt nicht wirklich ins Gewicht fallen (im wahrsten Sinne des Wortes :-) ) aber im Gegensatz zu den gut 2,6kg die mein normales Manfrotto wiegt, sind das Welten.

Würde ich hier also streng nach Größe und Gewicht bewerten, stünde es jetzt nach dieser Disziplin 1:1

 

2. Arbeitshöhe

Das Togopod hat aufgrund des kleinen Packmaßes das Problem, dass es auf maximal 135cm Arbeitshöhe kommt, das reicht mir im Normalfall auf Reisen auch größtenteils aus, ist sogar manchmal von Vorteil, wenn man das Stativ auf einem Brückengeländer verwendet (wie in Rom vor der Engelsburg bei den Nachtaufnahmen), aber ab und zu ist es schon hinderlich. Das Manfrotto kommt auf 142cm + Kugelkopf, der beim Manfrotto genau wie beim Togopod mit dabei ist. Hier hat also das Manfrotto ein klein wenig die Nase vorn.


Bislang also 2:1 für das Manfrotto

 

3. Bedienungskomfort

Hier lag ja mein Hauptkritikpunkt am Togopod. Die Schraubverschlüsse an den Beinsegmenten sind nicht wirklich mein Fall. Wenn man wie ich auch ab und zu nicht nur bei strahlendem Sonnenschein unterwegs ist, dann ist es echt eine Frickelarbeit und ab und zu ein echter Fluch die festgestellten Beine des Explorer Max wieder frei zu bekommen - vor allem, wenn man eventuell noch im Regen und bei Kälte unterwegs ist... wohl dem, der einen trockenen Lappen oder eine Rohrzange dabei hat!

Hier zeigt sich das befree von seiner besten Seite. Schnappverschlüsse an den Beinen lassen diese ausklappen und man kann die Beinauszüge auch im Regen oder mit klammen Händen sehr gut bedienen (nein, ich habe mir nicht meine Hände eingefroren zum testen!). Clever auch, dass man die Spannung der Klemmverschlüsse nachjustieren kann - da leiert nichts aus, da immer wieder nachziehbar.

Natürlich ist das von der Bedienung ein rein subjektiver Eindruck, der eine mag die Klappverschlüsse, der andere nicht... ich mag sie nicht und komme mit den Dreharretierungen einfach nicht so gut zurecht. Daher geht auch dieser Punkt an das Manfrotto befree carbon.

Zwischenstand: 3:1 für das Manfrotto

 

4. Der Kugelkopf

Kommen wir nun noch zum jeweiligen Kugelkopf. Hier unterscheiden sich beide nicht wirklich voneinander. Beide haben einen Kugelkopf, der mit  meiner vorhandenen und meist genutzten Custom SLR M-Plate zurecht kommt. Das Explorer Max hat eine Wasserwaage dabei - die aber unter der Stativplatte verschwindet - also nur beim ersten Aufstellen hilft. Selbige hat das befree zwar nicht, ist fü rmich aber ehrlich gesagt auch nicht unbedingt notwendig. Wenn ich meinen Panoramakopf aufsetze habe ich eh eine eigene dabei und für die Landschaftsaufnahmen nehme ich den künstlichen Horizont in der D7100, so what. Schöner gelöst ist auch hier der Verschluss beim Manfrotto, der bekannte Klemmschnellverschluss, beim Explorer Max muss man wieder mal schrauben und die Plattenaufnahme manuell schließen - da gehts beim Manfrotto eindeutig schneller. Klemme auf, Stativplatte rein *schnapp* und fertig, beim Togopod... schraubt man erstmal.

Hinzu kommt, dass das befree eine Tragkraft von 4kg hat, das Togopod kommt "nur" mit 3kg zurecht (ist zumindest so angegeben, könnte aber wohl auch mehr).

Auch hier wieder ein subjektiver Eindruck, aber auch beim Thema Kugelkopf würde ich mich für den von Manfrotto entscheiden, weil ich hier einfach schneller arbeiten kann und die Kamera einfach einrastet und nicht erst mühsam festgehalten werden muss, bis die Schraube beim Togopod festgefreht ist.

Zwischenstand: 4:1 für das Manfrotto

 

5. Stabilität

Ein wichtiges Thema bei Stativen ist auch immer die Stabilität, warum sonst sollte man eines verwenden. Hier kommen wir natürlich zum Schwachpunkt beider Stative. Da sie konsequent auf Leichtbau ausgelegt sind, kann man nicht die Stabilität erwarten, die ein standard Stativ aufweist. Besonders wenn die letzten Beinsegmente ausgezogen sind, dann sind beide durchaus eine wacklige Angelegenheit. Ich will damit nicht sagen, dass die Stative umfallen, aber man sollte schon auf einen stabilen Untergrund achten. Hier würde ich mal ein gerechtes Unentschieden vergeben.

 

Endstand und Fazit

Der Endstand, wenn man nach den von mir vergebenen Punkten geht lautet also 5:2 für das Manfrotto befree carbon. Für mich ist es auf jeden Fall eine Erleichterung in der Handhabung und in der Arbeit auf Reisen. Das geringfügig größere Packmaß kann ich verschmerzen, die Vorteile überwiegen für mich definitiv. Vor allem die Bedienbarkeit der Beinauszüge mit dem Klappmechanismus gefällt mir jetzt schon.

Die harte Bewährungsprobe kommt für das Manfrotto spätestens bei meiner Fotoreise nach Irland im Herbst. Hier wird dann auch ein entsprechender Praxistest und mehr folgen. Soviel darf schon mal gesagt werden, es wird wohl eine Veröffentlichung der Bilder geben, was genau hier ansteht, kann ich natürlich noch nicht verraten.

 

Solltet Ihr Euch für eines der beiden Stative interessieren habe ich hier noch die entsprechenden Links, leider ist das befree derzeit bei Amazon nur in der Aluvariante erhältlich:

 

 


Kommentare

Klaus Motznik Art-Photography
Hallo,

ich nutze das beFree jetzt über ein halbes Jahr, hauptsächlich natürlich als Reisestativ und hatte es in Irland und Portugal dabei. Der erste Eindruck hat sich bestätigt, es lohnt sich definitiv. Die Bedienung funktioniert genau wie gedacht und auch die Stabilität bei Langzeitbelichtungen ist wirklich gut, auch wenn man wie an manchen Küsten in Irand im Wind steht.
Es hält definitiv auch eine große Kamera, in meinem Fall eine D800 mit dem Nikon 14-24mm und Filter, aus.
Für mich eine klar Kaufempfehlung!
zeitlos(nicht registriert)
Danke für den Vergleich! Habe ich mit Interesse gelesen! Wie sind denn die Langzeiterfahrungen mit dem Manfrotto Befree?
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