Klaus Motznik Art-Photography | Wie sich ein ND-Filter auswirkt...

Wie sich ein ND-Filter auswirkt...

October 19, 2014  •  1 Kommentar

Sonntag, Sonnenschein - da muss man einfach raus. Umso besser, wenn man dann auch noch Zeit hat, ein paar Fotos zu machen. Ich war heute bei uns in der Gegend unterwegs und habe ein wenig mit ND-Filtern und GND-Filtern gespielt. Wie sich die Filter auswirken, bzw. was diese bewirken, werde ich an ein paar Beispielfotos zeigen.

Zunächst zur Ausrüstung:

Wenn man mit ND-Filtern arbeitet und das Motiv länger belichtet, ist ein Stativ unabdingbar. Hier kam wieder mein Manfrotto zum Einsatz. Kamera war meine Nikon D5000 mit dem Tamron 18-270mm Teleobjektiv. Zudem habe ich dann eine Kombination aus den Formatt Hitech GND-Filtern sowie dem Lee Big Stopper verwendet, die beide in das LEE Foundation Kit passen.

Was macht nun ein ND-Filter eigentlich genau?

Ein ND-Filter (Neutraldichtefilter) beschränkt die Lichtmenge, die durch das Objektiv auf den Kamerasensor trifft. Je nach Bauart und Färbung, reichen die Blendstufen von 1 - 27, wobei eine 27 wohl eher nur zur Sonnenbeobachtung Verwendung findet. Der von mir verwendete Big Stopper hat eine Blendstufe von 10, das bedeutet er verlängert die Verschlusszeit um den Faktor 1000 (!). Man erreicht damit eine Langzeitbelichtung, obwohl eigentlich eine kurze Belichtungszeit für das Motiv ausreichend wäre. Der Effekt der sich ergibt zeigt sich beispielsweise bei Wasserfällen, hier wird das Wasser nicht "in Aktion" eingefroren, sondern man erreicht durch die Langzeitbelichtung dass das Wasser wie ein Vorhang aussieht, das heisst Bewegungen werden "verwischt". Unter anderem kann man das auch verwenden um bei belebten Orten Motive ohne "störende" Menschen aufzunehmen - durch die lange Belichtung werden bewegte Personen und Objekte im Foto einfach nicht dargestellt.

Zusätzlich zum ND-Filter gibt es dann noch die GND-Filter. Diese haben einen Grauverlauf und erlauben die gleichmässige Belichtung von Landschaften, wenn beispielsweise der Himmel wesentlich heller ist, als der Rest des Motivs. Die FIlter sind so aufgebaut, dass sie von oben nach unten heller werden, bis sie komplett durchsichtig werden. Hierbei ist noch zwischen Soft-Grade und Hard-Grade zu unterscheiden. Soft-Grade Filter bieten einen weichen Übergang bis zur Klarheit des Filters, während hingegen der Hard-Grade quasi einen horizontalen Schnitt innerhalb des Filters enthält.

Nun aber zu den Beispielfotos

Ich habe mich entschieden ein paar Bilder am Stausee in Happurg zu machen. An einem sonnigen Tag wie heute durchaus ein beliebter und belebter Ort, aber man kann durchaus eine Ecke finden um Fotos zu machen.

Zunächst also das Foto ohne jeglichen Filter:

Blende 16, Verschlusszeit 1/125, Brennweite 20mm

Wie zu sehen ist der Himmel im Vergleich zum restlichen Bild zu hell. Eine Messung direkt auf den Himmel ergab eine Verschlusszeit von 1/350, also ein Unterschied von 3 Blendstufen. Um das auszugleichen kommt ein GND-Filter 0.9 zum Einsatz, der im Filteradapter entsprechend ausgerichtet wird um den Himmel abzudecken.

Ergebnis:

Blende 16, Verschlusszeit 1/125, Brennweite 20mm

Himmel und der See haben nun die gleiche Belichtung erhalten. Nun stören mich nur noch die leichten Wellen auf dem See. Dafür kommt nun der Big Stopper zum Einsatz. Wie oben beschrieben verlängert der Big Stopper die Verschlusszeit um den Faktor 1000. Ein Bild, das mit 1/125 aufgenommen wurde, kann somit mit dem Big Stopper 8 Sekunden belichtet werden.

Der Big Stopper kommt dazu in den Filterschacht, der dem Objektiv am nächsten ist, hierbei ist drauf zu achten, dass man den Bildausschnitt sowie den Fokus auswählt bevor man den Big Stopper einsetzt - er ist so dicht, man kann definitiv nichts mehr durch den Sucher erkennen. Wichtig an dieser Stelle auch Autofokus nach der Fokuseinstellung ausschalten, da auch die Kamera durch den Big Stopper nichts mehr scharfstellen kann.

Ergebnis:

Blende 16, Verschlusszeit 8 Sekunden, Brennweite 20mm

Die Wellen, die im vorigen Bild noch zu sehen waren, sind glattgezogen und der See liegt da wie ein Spiegel, Himmel und Wasser sind gleichmässig belichtet. Zu beachten ist bei längeren Belichtungen, dass man auch den Sucher der Kamera abdecken muss, da ansonsten noch störendes Licht auf den Sensor gelangen kann. Einige Kameras können hier per Schieberegler am Sucher abgedichtet werden, für andere gibt es eine Abdeckung als Zubehör. Es reicht aber auch eine Baseballkappe, ein Schal oder Ähnliches.

 

ND-Filter als Effektwerkzeug

Man kann ND-Filter aber auch für weitere Effekte nutzen. Für das Motiv bin ich deshalb weiter gefahren und habe mir die Windkraftanlage am Ende des Hammerbachtals vorgenommen.

Zunächst wieder ein Bild ohne jegliche Filter:

Blende 22, Verschlusszeit 1/180, Brennweite 25mm

Die Bewegung der Rotoren ist eingefroren, das heisst man sieht keine Bewegung. Verwendet man nun den Big Stopper, kann man die Belichtungszeit verlängern und damit die Bewegung der Rotoren sichtbar machen, wofür ich allerdings auch die Blende geändert habe.

Ergebnis:

Blende 8, Verschlusszeit 0,7 Sekunden, Brennweite 25mm

Erhöht man die Verschlusszeit weiter, kann man die Bewegung der Rotoren fast komplett verschwimmen lassen.

Ergebnis:

Blende 22, Verschlusszeit 6 Sekunden, Brennweite 25mm

Übrig bleibt nur ein Bewegungsschatten der Rotoren.

Demnächst werde ich dann auch mal einige Aufnahmen von fließenden Gewässern machen und hochladen, da kann man dann auch den Effekt des Big Stoppers auf Wasser sehr schön demonstrieren.

 


Kommentare

Jürgen Eckert(nicht registriert)
Hi Klaus ,danke für die tolle Info ,gerade mit den Einstellungen
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