Klaus Motznik Art-Photography | Nodalpunktadapter - muss das sein und was ist das überhaupt?

Nodalpunktadapter - muss das sein und was ist das überhaupt?

December 10, 2014  •  Kommentar schreiben

Heutzutage braucht man doch für ein Panorama keine große Ausrüstung mehr. Als ich in Irland mein Kugelpanorama am Malin Head erstellt habe, also die Bilder dazu, hat mich ein anderer Tourist gefragt, was ich denn da mache, ich hab ihm dann erklärt, dass ich Bilder für ein Panorama aufnehme. Daraufhin hat er mir sein Handy gezeigt und gemeint er macht das ganz easy damit und ging kopfschüttelnd weiter. Ja gut, klar kann man auch mit einem Handy ein Panoramabild machen... aber ein Kugelpanorama? Ich habe auch schon Panos mit dem iPhone gemacht, aber das ist immer so ne Sache von wegen gleichmässig bewegen etc.

Anyway, wenn man vor hat ein interaktives Kugelpanorama für Walk-Throughs, sphärische Panoramen oder LittlePlanets zu erstellen, kommt eigentlich um einen Nodalpunktadapter nicht herum - ok, die Software kann auch die Aufnahmefehler korrigieren, leichter wird es aber, wenn man korrekte Bilder aufnimmt.

Was ist nun ein Nodalpunktadapter?

Ein Nodalpunktadapter ist ein Stativaufsatz, der es einem erlaubt, die Kamera mit dem zugehörigen Objektiv (ich nutze hierfür ein Fisheye) auf dem Stativ zu drehen, ohne dass sich hier räumliche Verzerrungen ergeben. Setzt man eine Kamera normal auf ein Stativ, dann steht das Objektiv respektive die Linse oder der Eintrittspunkt des Objektivs nicht direkt über der Stativachse. Dreht man nun die Kamera ergeben sich Verzerrungen, die beispielsweise hintereinander stehende Objekte je nach Drehung aus verschiedenen Ansichten zeigen, so dass diese verschoben werden.

Mit dem Nodalpunktadapter wird die Kamera mit Objektiv so über dem Stativ platziert, dass der Lichteintrittspunkt genau im sog. Nodalpunkt erfolgt und diese Verzerrungen ausbleiben.

Welche Systeme gibt es am Markt?

Am Markt sind verschiedene Systeme erhältlich, beispielsweise von Novoflex oder der von mir verwendete Nodal Ninja. Zudem gibt es auch noch motorisierte Panoramaköpfe, die sich für die Aufnahme von Gigapixelpanoramen und mehrzeiligen Panoramen mit "normalen" Objektiven eignen, wenn man eben nicht alle Bilder selbst von Hand machen möchte.

Dazu gibt es im internet auch viele Anleitungen, wie man sich einen Panoramakopf oder Nodalpunktadapter selbst bauen kann.

Was setze ich ein?

Wie bereits erwähnt setze ich einen Nodal Ninja ein:

Dieser kann auf jedes handelsübliche Stativ, beispielsweise auf mein Manfrotto aufgesetzt werden, was dann so aussieht:

Nachdem der Adapter für die Rasterung aufgeschraubt ist, wird der eigentliche Panoramakopf aufgesetzt und mittels einer Konterschraube fixiert.

Zur Ermittlung des Nodalpunkts sucht man sich am besten zwei senkrechte Objekte, die parallel hintereinander stehen, wenn man direkt darauf fokussiert. Nun verschiebt man die Position der Kamera auf dem Adapter so lange, bis sich die Objekte auch bei Drehung der Kamera nicht zueinander verzerren.

Am Nodal Ninja kann man die Positionen mit Feststellplatten markieren, damit man diese Einstellung nur einmal vornehmen muss, darum kann ich meinen Adapter jederzeit schnell aufschrauben und die Kamera mit dem Objektiv bequem an die definierte Position schieben:

Wie man in der Seitenansicht sehen kann, ist die Kamera nicht direkt mittig über dem Stativ, sondern leicht verschoben, das heisst der Lichteintrittspunkt wurde so auf dem Panoramakopf verschoben, dass er genau über der Achse des Stativs liegt.

Nun kann man mit einem Fisheye (ca. 178° Abbildungsleistung pro Aufnahme) theoretisch mit 3 horizontalen Aufnahmen ein komplettes Rundumbild locker abdecken. Um der Software für später die Arbeit zu erleichtern, mache ich meistens 4-5 horizontale Bilder, dazu eines vom Himmel, dafür schwenkt man die Kamera an der Rasterung im 90° Winkel nach oben und schließlich noch ein Bild des Nadirs, also ein Bodenbild. Hier lässt es sich natürlich nicht verhindern, dass man das Stativ mit fotografiert. Das kann man entweder später im Einzelbild mit Photoshop entsprechend korrigieren (Schotteruntergrund ist hier sehr dankbar...) oder man markiert in der Software den entsprechenden Bereich und lässt die Software den Bereich herausrechnen.

Die erstellten Einzelbilder kann man dann mit der entsprechenden Software zu einem Panorama zusammenfügen und daraus sphärische Panoramen, Kugelpanoramen oder eben auch LittlePlanets erstellen, eine sehr schöne Spielerei:

Für das sogenannte Stitching verwende ich PanoramaStudio Pro2, damit habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht. Wie die Bearbeitung der Einzelbilder zu einem Panorama funktioniert, werde ich in einem der nächsten Beiträge einmal vorstellen.


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