Klaus Motznik Art-Photography | Lightroom Presets - was machen die eigentlich?

Lightroom Presets - was machen die eigentlich?

January 28, 2015  •  Kommentar schreiben

Am Anfang meines Workflows steht bei mir eigentlich immer irgendwie Lightroom. Hier importiere ich alle Bilder und sortiere sie aus, verschiebe sie in entsprechende Sammlungen und mache auch schon eine Grobentwicklung und Bearbeitung, nur wenn ich spezielle Features haben möchte, dann bearbeite ich Bilder aus Lightroom heraus direkt in Photoshop.

Immer wieder kann man aber nun auch in mehreren Blogs oder bei Facebook lesen, das sogenannte "Lightroom Presets" angeboten werden. Lightroom Presets? Was machen die eigentlich?

Um diese Frage zu beantworten, schauen wir uns die Oberfläche von Lightroom im Entwicklungsreiter einmal kurz an:

Hier befinden sich ja auf der rechten Seite entsprechende Schieberegler, mit denen man das Aussehen der Bilder verändern kann. Die Möglichekeiten sind vielfältig, man kann die Farben satter oder dynamischer wirken lassen, Bilder in begrenztem Maße nachschärfen (von Haus aus unscharf bleibt aber unscharf! Da geht kein Weg dran vorbei ;-) ), Rauschreduzierung anwenden etc..

Nun haben sich manche LR-Profis die Mühe gemacht, diese Einstellungen, die sie für sich in Lightroom erarbeitet haben zu sogenannten "Presets" zusammenzustellen und zu vermarkten / verkaufen, so dass man diese ebenfalls nutzen kann, ohne mühsam durch ausprobieren herauszufinden, wie denn das Vorbild die entsprechenden Regler gestellt hat um diesen Look zu bekommen.

Gleich mal vorab: nicht jedes Preset kann auch jedes Bild angewendet werden, bzw. nicht jedes Bild sieht mit einem Preset bearbeitet automatisch besser aus, es kommt darauf an, was man haben möchte und schließlich kann man die Presets auch noch manuell nachjustieren.

 

Installieren von Presets:

Die Installation ist eigentlich relativ einfach. Wenn man sich die Presets heruntergeladen hat, dann muss man herausfinden, wo Lightroom die Presets verwaltet. Dazu geht man einfach unter  Bearbeiten --> Voreinstellungen auf den Reiter "Vorgaben" und öffnet dort mit dem Button "Lightroom Vorgabeordner anzeigen" das entsprechende Verzeichnis.

Dort öffnet man dann den Ordner "Lightroom" und den Unterordner "Develop Presets".

Dort kopiert man sich dann die heruntergeladenen Presets hinein und startet Lightroom neu, nach dem Neustart stehen die Presets dann zur Verfügung und man kann sie bei den Bildern anwenden.

 

Wie arbeite ich mit Presets?

Prinzipiell könnte man schon beim Import von Bildern in Lightroom eine Voreinstellung vornehmen, dass alle Bilder schon mal mit einem bestimmten Preset versehen sein sollen.

Hierzu sucht man sich beim Import auf der rechten Seite unter "Entwicklungseinstellungen" das passende Preset, das dann automatisch auf alle Bilder angewendet wird. Das lasse ich aber erstmal sein, da ich oft verschiedene Themen in einer Bilderserie habe, wo ich von vornherein schon weiss, dass ein bestimmtes Preset vielleicht nur bei 10% der Bilder passt, von daher importiere ich erst mal ohne Preset.

Erst wenn ich meine Bildersammlung importiert habe, überlege ich mir, welches Preset ich denn nun eventuell verwenden möchte und selektiere das für ein oder mehrere Bilder.

Ich habe zur Zeit 3 Presets in Lightroom integriert, alle stammen von Thomas Fitzgerald (lest unbedingt auch mal seinen Blog, ein Spitzenfotograf aus Irland)

  • Landscape Gold
  • Steely Blue
  • Film Candy 2

Film Candy 2 ist neu und kam im Januar 2014 erst auf den Markt, das heisst damit muss ich noch etwas spielen und ein bischen was testen.

Wenn ich also nun ein Bild im Entwicklungstab bearbeite, dann kann ich natürlich mit den Schiebereglern aus Bild 1 alles von Hand einstellen - oder ich nutze ein Preset, das mir einige Einstellungen schon abnimmt.

Ich habe hierzu ein Landschaftsbild gewählt, das auf den ersten Blick ein wenig träge wirkt. Die Darstellung ist der Vorher / Nachher Vergleich von Lightroom, bevor was passiert schauen natürlich beide Seiten gleich aus. Ich verwende jetzt mal das Preset Landscape Gold:

Wenn ich nun also mein Preset wähle, einfach Rechtsklick auf das Bild (Maus oder in meinem Fall Stift am Wacom Touchpad) und gehe auf Einstellungen --> Landscape Gold --> Landscape Gold 24 CT Strong V+

Das Ergebnis sieht man hier:

Das heisst es werden hier alle Farben in Richtung eines Goldtones verschoben, laut der Vorgabe in Richtung 24 Karat, sehr starkt goldlastig und V+ heisst, es wird eine Vignette an den Rändern eingefügt

Nun kann ich natürlich die Einstellungen des Presets noch manuell beeinflussen, wenn mir das Ergebnis noch nicht gefällt, je nach Lust und Laune (und auf einem hoffentlich kalibrierten Monitor, sonst kann es zu Überraschungen kommen, wenn man das Bild dann druckt!)

 

Was kosten Presets?

Das kann man pauschal so nicht sagen. Ich hatte das Glück bei Thomas Fitzgerald "Landscape Gold" damals in einer Sonderaktion zu bekommen, da kostete das Preset um die 10.- EUR, also keine Unsummen, die hier aufgerufen werden. Als bestehender Kunde bekomme ich dann auch immer wieder gute Angebote zu neuen Presets, im Schnitt liegen sie bei Thomas Fitzgerald zwischen 15.- und 25.- EUR pro Preset, allerdings kann man sich natürlich auch teurere Presets laden.

 

Lohnen sich Presets?

Das kann man mit einem uneingeschränkten und absolut sicherem "Vielleicht" beantworten. Es kommt darauf an, was man damit machen will, bzw. was man sich davon verspricht. Wenn man nur alle heilige Zeit mal Landschaftsaufnahmen macht, dann machen Presets wie "Landscape Gold" definitiv keinen Sinn. Will man aber Landschaften mal einen anderen Look geben um sich vom Einerlei abzuheben, dann kann das sehr wohl Sinn machen, zumal ein Preset nun auch nicht die Welt kostet.

Desweiteren gibt es natürlich auch Presets für die Menschenfotografie, die dann keinen Sinn machen, wenn man keine Portraits bearbeitet. Wie immer bei der Fotografie gibt es hier nicht die eierlegende Wollmilchsau, am besten mal bei nach entsprechenden Presets suchen und einfach mal ausprobieren. Die von mir hier vorgestellten oder genannten kann ich auf jeden Fall emfpehlen und kosten im Dreierpack weniger als 75.- EUR.


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